Üppige Sahnetorten, kleine Kuchen, tolle Pralinen, knusprige Brötchen und duftendes Brot – als das wäre ohne Bäcker und Konditoren, die diese Produkte herstellen, nicht denkbar.
Zwar gehört Brot mit zu den ältesten Nahrungsmitteln des Menschen, in Mitteleuropa und dem deutschen Sprachraum dauerte es jedoch bis zum späteren Mittelalter, dass breitere Bevölkerungsschichten in den Genuss des gebackenen Teiges kamen. Zuvor aßen die Menschen hier überwiegend Brei.
In Nordafrika muss es jedoch schon seit mindestens 8000 Jahren eine Art Fladenbrot gegeben haben, das auf heißen Steinen zubereitet wurde – so der Stand der Forschung. Die alten Ägypter kannten dann schon richtiges Backhandwerk, Sauerteig war ihnen bekannt, und die Palette der Brotsorten war bereits zweistellig. Wohlhabende Leute beschäftigten eigene Bäcker.
In unseren Breiten soll es Bäcker ab etwa der Zeit Karl des Großen gegeben haben. Es handelte sich jedoch zunächst noch um einen eigenen Beruf, der so bezeichnet wurde. Vielmehr waren erst Leibeigene oder Knechte für dieses Aufgabe zuständig. In den wachsende Städten entwickelte sich dann aber doch der „Bäcker“ als eigener freier Beruf im 10. Jahrhundert. Professioneller wurde das Ganze etwa ab dem 12. Jahrhundert. Die Bäcker gründeten Zünfte als Interessenvertretung und auch für die interne Organisation ihres Gewerbes. Seitdem sind Qualitätsstandards festgelegt, die Zünfte kümmerten sich um den Einkauf von Rohstoffen, Preisen und Streitigkeiten zwischen den Bäckereibetrieben untereinander. Seit dieser Zeit wurde Brot für Menschen in Mitteleuropa zum Grundnahrungsmittel, vorher war es schlichtweg zu teuer.
Die Organisation in Zünften hielt sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, danach herrschte in Deutschland Gewerbefreiheit. Geblieben aus der Zeit der Zünfte ist unter anderem der Meisterzwang. Nur wer über einen Meisterbrief verfügt, kann selbstständig einen Betrieb eröffnen und führen oder anschließend selbst Lehrlinge ausbilden.
